DLØART/am
5. Flug am 18.05.1997

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Nach einer langen Pause ist es uns endlich einmal wieder gelungen, DLØART/am zu reaktivieren. Das Highlight war diesmal sicherlich der Transponder, der 40 kHz aus dem 70 cm-Band nach 2 m umsetzte und rege genutzt wurde.


5. ARTOB-Flug DLØART/am am 18.05.1997 (OV Nienberge, N46):

Datum:          Sonntag, 18.05.1997
Startzeit:      14:14 h MESZ 
Startort:       Münster-Nienberge JO32SA 
                 (Parkplatz vor dem Freibad) 

Daten Ballon:
Rufzeichen:       DLØART/am
QRGs/Modulation:  (1) Telemetriebake:   145,200 MHz  (F2D und F2A)
                      (Rufzeichen in CW, dazwischen Tonsignale für
                       Höhe, Außen-/Innentemperatur, Batteriespannung)
                  (2) Notbake:          144,987 MHz  (F1A)
                       (mit Infotext in CW)
                  (3) Transponder (nicht invertierend):
                       (vorzugsweise J3E und A1A)
                        Uplink:     432,570 MHz  \     jeweils
                        Downlink:   144,470 MHz  /    +/- 20 kHz
                        + Bake auf  144,470 MHz (A1A)
                  (4) Telemetrieempfänger:
                       auf 70 cm und 10 m (Reserve)
Leistungen:       (1) 2 W
                  (2) 100 mW 
                  (3) 2,5 W
Antennen:         (1) Groundplane
                  (2) Kreuzdipol
                  (3) jeweils Big Wheel fuer 70 cm und 2 m
                  (4) 70 cm: Groundplane  /  10 m: lambda/4 vert.

Stromversorgung: (1), (3) + (4)  5 (Mono-)Zellen LiSO2 zu je 3 V / 6 Ah
                 (2)  1 Zelle LiSO2 + step-up auf 9 V
Stromaufnahme:   insgesamt ca. 1200 mA

Durchm. Ballon:       ca. 2,8 m
Startgewicht:         ca. 4700 g
Auftrieb beim Start:  
Fallschirm:           ca. 2,5 m Durchmesser
Gas:                  Wasserstoff

Die Gasfüllung kann mittels Fernsteuerung eines Gasventils am 
oberen Ende des Ballons abgelassen werden.

Aufbau des ARTOB

Mitwirkende beim 5. Flug:

Telemetrie-Team:  Armin (DF1QE) + Fritz (DF9XE)
Peil-Zentrale:    Joachim (DL3YBQ) + Ralph (DG3YEI)
Peil-Teams:       Norbert (DL1YBR) + Oliver (DL9QJ)
                  Wilhelm (DG5YGF) + Kurt (DD3QQ)


Rücksprache der Peilteams erfolgte via 70-cm-Relais Osnabrück (DBØCO; R 75).


Ablauf (MESZ):

12:30 Treffen des ARTOB-Teams am Clubheim von N 46
13:15 Ankunft am Startplatz (JO32SA; Parkplatz am Freibad Muenster-Nienberge)
13:30 Telefonisch Startfreigabe von der Luftaufsicht Düsseldorf erhalten
13:40 Befüllen des Ballons wird begonnen
13:50 Nutzlast wird an den Ballon gehängt
14:03 Nochmaliges Nachfüllen, da Auftrieb nicht reicht
14:05 Transponder getestet -> OK
14:07 Telemetriebake eingeschaltet -> OK
14:10 Anruf bei Luftaufsicht Düsseldorf zwecks Startankündigung
14:14 START
14:16 Höhe bereits 935 m
14:35 Probleme mit Telemetrieauswertung, Daten teils unbrauchbar
(...)
15:55 Ballon ist geplatzt; Telemetriedaten erscheinen wieder sinnvoll
16:00 LANDUNG (Absturz...) Wie sich später herausstellt, ist er
      auf das Dach eines Bauernhauses bei Greven (JO32TC), wo er 
      einen Dachziegel zerstört, welcher bei unserem 
      "Anstandsbesuch" jedoch vom Besitzer schon 
      ausgewechselt worden ist. Jedoch sind die Stellen, wo die 
      ARTOB-Boxen das Dach getroffen haben, noch an den leuchtend-
      roten Farbresten zu erkennen...

      Der Besitzer des Hauses rief dann die Polizei, die den ARTOB 
      (beinahe richtig) als Wetterballon identifizierte und ihn auf 
      die Wache nach Greven mitnahm (wurde der ARTOB jetzt 
      verhaftet?!). Von dort erhielt Armin, DF1QE, einen Anruf, 
      daß er den Ballon dort in Empfang nehmen könne. Bei 
      seiner Ankunft dort sendeten die Baken und der Transponder 
      übrigens immer noch!


Flugstrecke:  11 km
Flugdauer:   2 h


Min.-/Max.-Daten während des Fluges
Start14:3515:55LandungMinimumMaximum
Höhe85 m3695 m3871 m(270 m)
Außentemperatur23.3C- 5.7C- 20.5C8.0C
Innentemperatur32.3C28.0C- 5.0C- 5.7C
Batteriespannung14.177 V14.311 V14.218 V14.059 V


Empfangsberichte
Logbuch von DL9QJ/m mit den Daten seiner Transponder-QSOs
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Ergebnisse:

Die Telemetriesignale waren diesmal nur sehr schlecht verwertbar; offenbar wurden durch die extremen Flugverhältnisse (Außentemperatur -17 C, hohe Luftfeuchtigkeit) die Datenübermittlung gestört. Mit der Telemetrie hatten wir noch nie Probleme gehabt, nun traten solche sowohl bei dem Test als auch beim Flug auf. Daher sind die Daten in der oben abgebildeten Tabelle nur mit Vorsicht zu genieen; zwischen 14:35 und 15:55 h MESZ erscheinen die gewonnenen Daten wenig sinnvoll, daher wird auch auf eine Auswertung der Min.-/Max.-Werte verzichtet.

Der Transponder war ein voller Erfolg und arbeitete besser als erwartet, zumal er zuvor nicht mit mehreren Signalen gleichzeitig getestet worden ist. Nachdem sich am Tag zuvor niemand gefunden hatte, der bei einem entsprechenden Test hätte mitwirken können, fürchteten wir schon, daß dort kaum Betrieb herrschen würde. Da irrten wir jedoch gewaltig, der Transponder wurde sehr stark genutzt, teilweise liefen die QSOs fast contest-mäßig ab... U. a. konnten Stationen aus ganz Deutschland, ferner aus Belgien, Österreich, Tschechien, der Schweiz und Großbritannien den Umsetzer nutzen.

Die Ballonhülle war diesmal der schwache Punkt des ARTOB. Offenbar hatten wir ein besonders altes Exemplar erwischt, was schon bei den ersten Vorbehandlungen (Aufkochen in Wasser!) auffiel. Teils deswegen, teils auch wegen des etwas ungeschickten Handlings des gefüllten Ballons kurz vor dem Start, kam es dazu, daß der Ballon auf einer Seite im oberen Bereich überdehnt wurde und sich quasi eine Blase bildete (gut auf den Photos erkennbar). An dieser Stelle war die Hülle dann wesentlich dünner als an anderen Stellen des Ballons, und die diesmal sehr harte physische Beanspruchung des Ballons während seines Fluges (offenbar in Gewitterwolken) führte dann zu einem Platzen des Ballons (das erste Mal in unserer Geschichte).

Die Peilintervalle wurden diesmal auf 15 Min. gesetzt (vorher: 10 Min.), was für die Peilteams schon angenehmer war, da man nun zwischen Peilungen auch etwas Wegstrecke zurücklegen konnte. Fast waren die Intervall aber immer noch zu kurz...

Offenbar ist die Notbake auf 144.987 MHz wieder in der Frequenz gewandert, so daß sie in den Bereich der Eingabe von R0-Relais geriet (betroffen: DBØUH). Dies war auch schon beim zweiten Flug der Fall gewesen. Beiden Flügen gemeinsam ist, daß der Ballon offenbar in eine Gewitterfront geriet. Die damit verbundene hohe Luftfeuchtigkeit (kondensierend) und sehr niedrige Temperatur wird vermutlich den Fehler verursacht haben. Natürlich bedauern wir dieses kleine Mißgeschick.


Empfangsberichte über den Empfang der Baken sind sehr willkommen; entweder per Mail an DL9QJ (PR oder Internet, Adressen s.u.) oder als QSL-Karte via DARC (DLØART ist der QSL-Vermittlung bekannt). Natürlich wird jeder Bericht mit einer QSL-Karte beantwortet.

Alle Nutzer des Transponders sollten ebenfalls einen Empfangsbericht einsenden - auch dafür erfolgt natürlich eine Bestätigung mit der DLØART/am-QSL-Karte. Für die mit DL9QJ/m getätigten QSOs werden dessen QSL-Karten verschickt - auch dieser freut sich über entsprechende Antwort.

Ebenso sind wir für andere Rückmeldungen, Anregungen, Vorschläge jederzeit dankbar!

Das ARTOB-Team des OV Nienberge hofft, daß dieser wie auch die vorhergehenden Starts allen Beteiligten Freude gemacht haben, und wir bedanken uns für das große Feedback. Wir bedauern, daß wir unser Projekt nun beenden müssen, aber die Anzahl der beteiligten OMs nahm stetig ab, und die Last der Startvorbereitungen und -durchführung lag in den Händen sehr weniger OMs, welche auch zunehmend weniger Zeit für das Projekt aufbringen konnten. Der Hauptgrund liegt jedoch in der großen finanziellen Belastung (insbesondere durch die jährliche Versicherungsprämie von etwa DM 500,00 p. a.), die wir als kleiner Ortsverein nicht mehr in der Lage sind zu tragen.

Vielleicht läßt sich DLØART/am ja noch einmal reaktivieren, zumal wir ja nun einen funktionierenden Transponder besitzen, welcher eigentlich geradezu nach einer weiteren Verwendung schreit. Vielleicht starten wir ja bei unserem Fieldday einen Fesselballon, der dann den Transponder auf ca. 100 m Höhe ziehen könnte - nicht ganz so viel wie die knapp 4000 m des letzten Fluges, aber im flachen Gebiet des Münsterlandes bzw. Norddeutschlands ließen sich so bestimmt auch einige weite Verbindungen herstellen. Denkbar wäre auch der Mitflug mit einem Heißluftballon; evtl. könnten wir auch interessierten OMs den Transponder für eine solche Aktion überlassen.

Beste 73, Oliver
(DL9QJ, N3NSF)

[Oliver Welp, DL9QJ / Gustav-Freytag-Str.11 / D-48161 Münster
 Internet: dl9qj@amsat.org 
 PR:       DL9QJ@DBØEA.#NRW.DEU.EU
 Tel./Fax: +49-2533-7312]


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Letzte Bearbeitung: 01.06.1997
Verantwortlich: © Oliver Welp, DL9QJ - dl9qj@amsat.org