[Zurück zur Hauptseite] Historisches über Münster-Nienberge

Die Entstehung

Die Besiedlung in Nienberge begann in der großen Rodungsperiode (500-800 n.Chr.). Durch Teilung und Absplitterung vermehrten sich die Höfe. Die Streusiedlung wurde jedoch beibehalten, so daß in den vier Bauernschaften Nienberges eine Parklandschaft entstand, in der Höfe, Äcker, Weiden, Wallhecken und Gehölze in buntem Wechsel aufeinanderfolgten und ein reizvolles Landschaftsbild erzeugten.

Der frühe Gang dieser bäuerlichen Besiedlung ist urkundlich kaum zu belegen, jedoch durch Rückschlüsse von den Urkatasterkarten (1826) gelingt es, eine Vorstellung zu gewinnen. Die größten Höfe zu der Zeit waren Haus Uhlenbrock, Haus Isingholt, Haus Nienberge und Haus Rüschhaus.

Der Umbruch in den letzten Jahrzehnten

Die roten Dächer der Einzelhöfe lugen wie eh und je aus den Kronen der Hofeichen hervor, das rotbunte Rindvieh weidet auf den nahen Weiden, und man meint, die alte, aus den Lesebüchern her vertraute, Bauernwelt anzutreffen. Aber der Anblick aus der Ferne trügt. Unter den Dächern und auf den Feldern haben sich innerhalb einer Generation größere Veränderungen vollzogen als in tausend Jahren zuvor.

Aus den Scheunen und den halboffenen Wagenremisen sind Maschinenschuppen und Schleppergaragen geworden. In den alten Spiekern sind hochmoderne, automatisch gesteuerte Getreidetrocknungsanlagen installiert. Auch Auto, Telefon, Rundfunk, Fernsehen und sogar Computer gehören heute zu einer modernen Wirtschaftsführung.

Im Lauf der Zeit fanden aber immer weniger Menschen in der Landwirtschaft ihre Beschäftigung. Waren es 1933 noch 65%, so zählte man 1961 nur noch 25,5%, und 1996 ist es nur noch ein geringer Prozentsatz, bedingt durch das starke Anwachsen des Dorfkerns, der mit seinen Neubürgern die bäuerlichen Elemente weit überflügelt hat.

Die Bevölkerungsentwicklung Nienberges weist die typischen Merkmale einer großstädtischen Randgemeinde auf. Nachfolgend einige Zahlen der Einwohnerentwicklung:

Jahr 1498 1668 1835 1940 1950 1960 1970 1980 1997
Einwohner 500 439 998 983 2137 2290 3105 6502 7203

Das heutige Ortsbild

Nienberge ist verkehrsmäßig aus allen Richtungen sehr gut zu erreichen und liegt unmittelbar an der Autobahnabfahrt Münster-Nord der A1 (E3), ist jedoch von dieser durch einen landschaftlich sehr reizvoll gestalteten Lärmschutzwall getrennt.

Die Wohn- und Lebensbedingungen werden von den meisten Nienbergern als "Wohnen im Grünen" und als gut bezeichnet. Die Bebauung besteht vorwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern, aber auch einige Appartement- und Mehrfamilienhäuser prägen den Ort. Die Einwohner sind, soweit sie nicht bei dem örtlichen Einzelhandel oder den Handwerksbetrieben arbeiten, in Münster oder der näheren Umgebung beschäftigt.

Durch die nahegelegene Wilhelms-Universität in Münster haben auch viele Studenten und Lehrkräfte hier ihre Unterkunft.

Die Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs ist in einigen Bereichen nicht ganz zufriedenstellend, wie auch die ärztliche Betreuung nur in Teilen ausreichend ist. Jedoch ist eine private Post-Agentur in einem Schreibwarenladen vorhanden, und mit einer Grundschule und einem Kindergarten ist auch für die Bildung der jüngeren Kinder gesorgt. Um weiterführende Schulen zu erreichen, müssen sie allerdings, meistens per Bus, nach Münster oder dem Stadtteil Roxel fahren.

Für Notfälle stehen zwei Freiwillige Feuerwehren zum Einsatz bereit.

Stark genutzt werden im Sommer das Freibad und die zwei Sporthallen. Fünf Gaststätten, meistens mit Biergarten, bieten der Bevölkerung hinlänglich Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein und für Feiern und Veranstaltungen.

Konfessionell gehört die Bevölkerung im wesentlichen der katholischen Kirche an. Durch Neubürgerzugang hat die evangelische Gemeinde stark zugenommen, und die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen ist außerordentlich gut.
Im Ort befindet sich eine katholische und eine evangelische Kirche, jeweils mit einem Pfarrzentrum, in denen sehr viel Sozialarbeit geleistet wird.
Besonders hervorzuheben ist das rege Vereinsleben. So gibt es außer den zahlreichen privaten Kegelclubs mehrere größere Vereine.

Nienberge ist ein ständig wachsender Ort, der außerdem mit seinen Gewerbegebieten schon heute, wie auch zukünftig, für die Ökonomie interessant sein dürfte. Insbesondere siedeln sich derzeit viel klein- und mittelständische Unternehmen der Hochtechnologie an.


Text © 04/1996 Fritz & Armin Gräwe, Münster, Germany
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Letzte Bearbeitung: 02.Feb.1998
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